Angestellte

Die „Mondieu Operettenassekuranz", wo nichts so sicher ist, wie's scheint, ist Ihr vertrauensvoller Partner - für hintersinnige Unterhaltung und abseitige Pointen, für Durchgedrehtes und Verrücktes, für melancholische Seufzer und meist ganz subtile Erotik. Erleben Sie mondäne Großstadtunterhaltung im Stil der 20er und 30er Jahre - wo die Röcke kürzer werden und die Pomade scheint, wo Shimmy um die Ecke klingt und Slow-Fox sich auf Krise reimt. Bei unseren Policen ist für jede(n) was dabei – und bei unseren Angestellten auch:

Frau Paula Buntschuh, (Nadine Schuster) die im schlesischen Trebnitz das Licht der Welt erblickte und deren Eltern eine Manufaktur für Wirkwaren aus pommerscher Schafswolle unterhielten, verdingte sich als junges Ding als Hausmädchen beim örtlichen Großbauern. Dessen Sohn Theodor ehelichte sie, kurz bevor er an Diphterie verschied. Völlig zu Recht der Erbschleicherei bezichtigt und vom Hof verstoßen, arbeitete sie zunächst als Küchenhilfe im Raum Großberlin. Alsdann wirkte sie als Kaltmamsell bei einer großbürgerlichen Künstlerfamilie in Charlottenburg. Von dort stieß sie alsbald zur Mondieu-Operettenassekuranz, anfangs als Botin, heute als Mutter der Kompagnie unseres Filialhauses an der Kreuzberger Cecilienchaussee.

Paula Buntschuh hat ein zupackendes Wesen und hält die Männer in Schach, vergreift sich aber manchmal im Ton. Dafür wird sie von allen Mitarbeitern der Mondieu Operettenassekuranz sehr geliebt. Allen unvergesslich ist Frau Buntschuhs letzter Geburtstag, als sie die Mitarbeiterinnen der Operettenassekuranz einlud, in einer Laube am Ferbelliner See ein Gläschen selbstgemachten „Holunder-Aufgesetzten“ zu verkosten. Seither ist Paula Buntschuh auch bekannt als die „blaue Paula“.

Paula seriös

Fräulein Lieselotte Merzenisch,  (Julia Klein) ist im fünften Jahr als Stenotypistin-Lehrling im Dienst des Kölner Stammhauses  der Mondieu Operettenassekuranz tätig und hat sich dort schon früh unentbehrlich gemacht. Ihr heitres Gemüt und ihre natürliche Herzlichkeit bezaubern, vor allem bei ihren Arbeitseinsätzen nach Dienstschluss im Vorstandsbüro von Herrn Ökonomierat Dr. Hackenreuther. Am späten Abend und an Sonntagen widmet sich Fräulein Lieselotte hingebungsvoll ihrem Ehrenamt als Schriftführerin im Vorstand des „Mechenicher Vereins zur Förderung gefallener Mädchen“, dessen bestes Mitglied sie ist.

Wenn Fräulein Lieselotte einige Pfennige übrig hat, spart sie sie in einem kleinen Weck-Glas, um bei der örtlichen Primadonna der Kölner Oper, Else von der Tanne, einige Gesangsstunden nehmen zu können. In ihrer kleinen Mansarde in der Kölner Südstadt träumt sie sich an kalten Winterabenden in das Scheinwerferlicht einer großen Metropolenbühne und ist dann ganz glücklich. Außerdem belegt sie einen Fernkurs in Französisch.

Julia seriös

Kanzleisekretär Bartholomäus „Berthel“ Saelhuysen ist ein stilles Wasser, an dessen Grund ein Feuer für Addition und Subtraktion lodert. Bei der Mondieu Operettenassekuranz sorgt er dafür, dass alle Termine pünktlich absolviert und alle Rechnungen bezahlt werden. Berthel Saelhuysen stammt vom Niederrhein, wo er in einem pietistischen Haushalt mit elf älteren Schwestern, zwei Tanten und einer Großmutter aufgewachsen ist, die stets auf Reinlichkeit hielten. Während sieben seiner elf Schwestern im Diakonissenstift Rottweil leitende Positionen innehaben,  sind Bertrun, Berthild und Berhildis im Verein „Das Brauchtum und die deutsche Frau“ engagiert. Bernhild, die jüngste der drei Schwestern, wurde zuletzt in einem kniekurzen Kleid und einem Zigarillo an der Hamburger Davidwache gesehen.

Berthel Saelhuysen wohnt zur Untermiete bei einer Pastorenwitwe in Köln-Ehrenfeld, die ihm gerne einmal zur Hand geht, um nicht einzurosten. Wenn Berthel Saelhuysen es sich einmal gut gehen lassen will, fährt er mit Vaters Fernglas an den Badestrand nach Rodenkirchen, um dort die heimische Flora und Fauna zu beobachten.

Julian seriös

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